Alkohol und Mukelaufbau

Im gesamten Verdauungsapparat wird Ethanol resorbiert. Dies umfasst nicht nur Leber und den Magendarmtrakt, sondern auch Rachen, Mundhöhle und Speiseröhre. Kleinere Mengen gelangen sogar direkt ins Blut. Die Hauptaufgabe beim Abbau von Alkohol übernimmt die Leber. Ethanol wird hier enzymatisch zu Acetaldehyd bzw. Ethanal katalysiert, welches in erster Linie den bekannten “Kater” hervorruft, dann reduziert und anschließend zu Essigsäure oxidiert. Pro Stunde bauen Frauen zirka 8 Gramm Ethanol ab, Männer zwischen zehn und 14 Gramm. Zwar sorgt dies dafür, dass kleinere Mengen Alkohol verhältnismäßig schnell verarbeitet werden, der Organismus zahlt dafür jedoch einen hohen Preis.

 

Muskeltraining und Alkoholkonsum passen nicht zusammen

 

Bereits beim Reduzieren von Körperfett kann Alkohol zu einem regelrechten Erfolgskiller werden. Und auch beim Muskeltraining kann es zu weitreichenden Folgen kommen, wenn Alkohol übermäßig konsumiert wird. Wer schon einmal mit einem “Kater“ zum Training gegangen ist, hat den genussvollen Vorabend mit Sicherheit bereut. Mangelnde Motivation, Leistungseinbrüche und Müdigkeit sind klassische Begleiterscheinungen, die auf einen starken Alkoholkonsum zurückzuführen sind.

 

Doch es geht noch schlimmer. Der menschliche Körper kann Ethanol und dessen toxische Wirkung erkennen, der Stoffwechsel baut dann vorwiegend den Alkohol ab, um einer Vergiftung vorzubeugen. Dabei werden Stoffwechselprozesse, die für den Muskelaufbau wichtig sind, wie zum Beispiel die Oxidation von Fettsäuren, die ATP-Synthese oder die Protein-Biosynthese, vernachlässigt und gestört. Der Genuss von Bier nach dem Fitnesstraining kann sich also durchaus als schwierig erweisen, vor allem dann, wenn sich der Körper sowieso in einem muskelabbauenden beziehungsweise katabolen Stoffwechselzustand befindet, der mit einem intensiven Muskeltraining einhergeht. Wird das Workout also zu lange durchgeführt, stehen dem Stoffwechsel keine ausreichenden Kohlenhydrate und freien Aminosäuren mehr zur Verfügung, damit die metabolen Prozesse reguliert werden können.

 

Zahlreiche Studien haben übrigens bewiesen, dass Alkohol die Produktion von Wachstumshormonen wie beispielsweise Testosteron hemmt. Dies wirkt sich sowohl nachteilig auf die Zunahme von Muskeln aus als auch auf die sexuelle Libido. Die Regenerationsphasen werden durch Alkohol verlängert, effizientes Muskelwachstum wird gleichzeitig verhindert. Zusammenfassend ist zu sagen: Unter Beachtung aller Auswirkungen von Alkohol auf den menschlichen Organismus ist festzustellen, dass ein intensives Muskelaufbautraining völlig sinnlos ist, wenn im Anschluss ein übermäßiger Konsum von Alkohol erfolgt.